Lechquellenrunde

Einmal rund um Lech und zum Ursprung der Lechquelle: Weitwanderung Lechquellenrunde

Das Lechquellengebirge befindet sich zwischen dem Rätikon im Westen und den Lechtaler Alpen im Osten. Es ist ein Gebirge rund um die Lechquelle, die diesem Massiv auch seinen Namen gibt.

Die Weitwanderung durch das Lechquellengebirge, die Lechquellenrunde, umfasst 6 Etappen. Man kann diese aber auch variieren. Denn man hat bei jeder Etappe die Möglichkeit, entweder weiterzuwandern oder nach Lech abzusteigen. Spinnenartig wandert man durch diese wunderbare Landschaft um Lech herum. Lech ist auch der Ausgangspunkt dieser Tour.  Hier kann man gut das Auto abstellen.

Bester Zeitpunkt: Ende Juni – September / Anfang Oktober

Etappe 1: die ersten Kilometer bis zur Biberacher Hütte

Von Lech aus fährt man mit den Bus in den Bregenzer Wald nach Landsteg. Die Bushaltestelle ist der Ausgangspunkt für unser Hüttentrecking. Landsteg liegt zwischen Schoppernau und Schröcken. Von hier aus überquert man zuerst die Bregenzer Ache. Danach geht es in den Wald und ab hier erst steil, dann flacher bergauf. Wir kommen an Alpweiden und einem Wasserfall vorbei. Nach ca. 2h erreichen wir den Schanonapass und erblicken auch gleich unser erstes Etappenziel: die Biberacher Hütte auf 1.846m.

Angekommen auf der Biberacher Hütte lassen wir die Schönheit des Lechquellengebirges auf uns wirken und den Tag ausklingen.

Etappe 1: Landsteg – Biberacher Hütte /
ca. 800 Hm / ca. 2 1/4 h

 

Etappe 2: Von der Biberacher Hütte zur Göppinger Hütte

Nach der ersten Nacht, dem ersten Kaffee in den Bergen und der ersten Stärkung des Tages schultern wir wieder unseren Rucksack. Wir verlassen die Biberacher Hütte und steigen in das verschlafene Talende des Großwalsertals, in den Metzgertobel, ab. Eigentlich kann man auf direktem Wege Richtung Göppingen Hütte wandern. Allerdings war bei uns die Brücke über den Fluß noch nicht wieder aufgebaut und so haben wir uns für die weniger abenteuerliche Route entschieden.

Nach dem Abstieg kommt bekanntlich auch wieder der Aufstieg. Also gehen wir wieder Schritt für Schritt bergaufwärts. An der Oberen Alpschellaalpe genießen wir unsere Jausn-Brotzeit und den herrlichen Blick über die Landschaft. Danach tauchen wir in eine gänzlich andere Landschaft ein: vom Fels geprägt und noch durch reichlich Schneefelder bedeckt. Jetzt geht es stetig auf und ab durch das Karstgebiet der Gamsbodenwanne bis wir unser Tagesziel, die Göppinger Hütte auf 2.245 m), erreicht haben.

Wer noch Energie übrig hat, kann z.b. noch die Hochlichtspitze auf 2.600m  erklimmen (Aufstieg ca. 1 Std). Wir haben uns allerdings fürs Ausruhen und Genießen entschieden 😉

Etappe 2: Biberacher Hütte – Göppinger Hütte  /
↑ ca. 880 Hm und ↓ ca. 480 Hm (auf Normalweg)  / ca. 5 h

 

Etappe 3: Von der Göppinger Hütte zur Freiburger Hütte

Auch diese Etappe konnten wir nicht auf dem ursprünglichen Weg zurücklegen, da noch viel zu viel Schnee lag. Das machte aber nichts. Denn das Gute an der Lechquellenrunde ist, dass es bei jeder Etappe eine Alternative gibt und man auch bei jeder Etappe aussteigen kann. Der Ort Lech bildet da quasi immer den Ausgangs- und Einstiegspunkt.

Also sind wir übers Älpele und entlang des Lechs gewandert. Der Abstieg erfolgt auf über zahlreiche Serpentinen und bietet traumhafte schöne Landschafts-Ausblicke. An der Unteren Älpele (Gasthof und Wanderbus-Haltestelle auf 1.582m) angekommen geht es nun nach Westen ins Formarintal, immer dem Wasser des Lechs folgend. Auf diesem Weg kommen wir auch am Ursprung des Lechs vorbei, eine eher unspektakuläre Quelle und leicht zu übersehen, wenn man nicht direkt danach sucht. Weiter führt uns der Weg zum Formarinsee. Dann über einen kleinen, etwas schwierigeren Höhenweg zur Freiburger Hütte auf 1.918 m. Hier lassen wir den Tag bei leckerem Essen und tollen Landschafts-Impressionen ausklingen.

Etappe 3: Göppinger Hütte – Freiburger Hütte /
leichte Variante ↑ ca. 400 Hm und ↓ ca. 700 Hm / ca. 5 h

 

Etappe 4: Von der Freiburger Hütte bis Ravensburger Hütte

Diese Etappe führt über den Gehrengrat (2.439 m). Wir erreichen eine erste Anhöhe und blicken nochmals zurück auf die Freiburger Hütte und den Formarinsee, in dem sich die Rote Wand spiegelt – eine beeindruckende Felsformation. Jetzt tauchen wir ab ins Steiner Meer, eine riesige Fläche großer Steinbrocken. Wir überqueren dieses Steinerne Meer und steigen langsam zum Gehrengrat, dem höchsten Punkt unserer Tour, auf. Auf dem Weg sehen wir sogar ein paar Steinböcke und Murmeltiere in der Ferne.

Am Grat angekommen werden wir von einem Ausblick von herrlicher Weite empfangen. Vom Rätikon und der Silvretta nach Süden und zu unserem Tagesziel der Ravensburger Hütte auf 1.948m. Der Abstieg vom Grat zur Hütte ist am Anfang steil und folgt dann über Almwiesen und dem Spullersee.

Etappe 4: Freiburger Hütte – Ravensburger Hütte /
↑ ca. 730 Hm und ↓ ca. 720 Hm / ca. 5 h

 

Etappe 5: Von der Ravensburger Hütte zurück nach Lech

Eigentlich besteht die Lechquellenrunde aus 6 Etappen und führt noch über die Stuttgarter Hütte (auf 2.310 m) und dann zurück nach Lech. Da wir aber zum einen nur 5 Tage Zeit hatten und zum anderen auch das Wetter umgeschlagen ist. Vielleicht war es bei uns einfach weise Vorausschau, wer weiß. Die Tour war bis dahin jeden Tag ganz wunderbar und auch der Abstieg nach Lech bot noch einige landschaftliche Highlights.

Auch wenn wir etwas verregnet und Wolken verhangen gestartet sind, hatten wir bald wieder die Sonne auf unserer Seite. Der Weg führt irgendwann wieder am Lech entlang. Wir sind noch an einem tollen Wasserfall vorbei gekommen und waren dann wieder am Ausgangspunkt, dem Ort Lech.

Etappe 5: Ravensburger Hütte – LEch /
↓ ca. 500 Hm / ca. 3 h

 

Fazit:

Eine landschaftlich wunderschöne Tour, mit vielen großen und kleinen Highlights. Wie z.B. die Tierwelt neben der malerischen Flora. Auf unserem Weg sind uns zahlreiche Murmeltiere, Kühe, Hochlandrinder, Schafe, Pferde, Salamander und Steinböcke begegnet. Auch die Hütten waren sehr ansprechend. Wir haben auf jeder Hütte gut und lecker gegessen (auch für Vegetarier war allerhand dabei) und genächtigt. Die Abend- und Morgenstimmungen waren auch ganz besonders.

Eine Tour, an die ich gerne zurückdenke – vielleicht auch, weil wir tolles Sommerwetter hatten (fast immer blauen Himmel, Sonnenschein und um die 30 Grad) – und die ich von Herzen empfehlen kann.
Also happy wandern! 💙

 

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